Gebären ohne Geburtspartner - ein Sicherheitsrisiko

Gebären in Zeiten einer Pandemie

Neben einer guten medizinischen Betreuung durch Hebammen ist unter der Geburt auch eine Begleitung durch eine dir vertraute Person unabdingbar. Eine Geburt ist unvorhersehbar, fordernd, intensiv - ein Ausnahmezustand. Die meisten Frauen, die zum ersten mal gebären, sind auch das erste Mal überhaupt bei einer Geburt dabei. Und so richtig vorbereitet auf das was dann kommt, sind die wenigsten. Gerade dann ist es so wichtig, Menschen an unserer Seite zu haben, die uns unterstützen, die uns motivieren und die uns versichern, dass wir das schaffen. Eine angestellte Hebamme in der Klinik ist aufgrund des Personalmangels nur selten in der Lage, eine 1:1 Betreuung zu gewährleisten. Das heißt, sie verlässt hin und wieder den Raum, um andere Geburten zu begleiten! Die Pandemie verändert aktuell die Geburtshilfe, denn in vielen Häusern sind Begleitpersonen entweder vollständig oder bis zur Austreibungsphase verboten. In anderen Häusern wiederum sind Begleitpersonen die 3G vorweisen können von Anfang an zugelassen und es gibt sogar die Möglichkeit eines Familienzimmers für die Zeit nach der Geburt. Frauen müssen sich darauf einstellen, ohne Partner:in zu gebären und das kann nicht nur sehr beängstigend sein, sondern auch ein großes Sicherheitsrisiko darstellen! Zwar versuchen die Hebammen im Kreißsaal, aufgrund der Situation die Geburten besonders sorgsam zu begleiten, aber aufgrund von Kapazitätsengpässen kommen auch sie an ihre Grenzen.

Die Regelungen in den Kliniken sind sehr unterschiedlich. Informiere dich am besten regelmäßig auf der Website deiner Wunschklinik nach dem neusten Stand.

Einige unter euch haben uns berichtet, wie allein gelassen, ja gar verlassen sie sich in dieser besonderen Situation gefühlt haben. Und was das mit Ihnen gemacht hat. Dass die Angst größer und die Schmerzen stärker wurden, ja sogar dass die Geburt in Stocken geraten ist oder (unnötig) interveniert werden musste! Wichtiger denn je sind Begleitpersonen, die uns diesen Schutzraum bieten. Keine Begleitperson kann die Arbeit einer Fachkraft, aber unsere vertrauten Begleitpersonen bieten die so wichtige, emotionale Stütze, unser Sprachrohr zum Klinikpersonal und gehört einfach zum Geburtsteam dazu. Die WHO schreibt dass die reproduktiven Rechte der Frau trotz der Coronakrise gewahrt werden müssen - ein Hinweis darauf, dass die Begleitung nicht ohne triftigen Grund verwehrt werden darf. Unverständlich also, dass wir aktuell auf Veranstaltungen gehen dürfen, Begleitpersonen aber nicht zur Geburt zugelassen werden! 

Folgendes kannst du tun, wenn dir deine Begleitperson zur Geburt verwehrt wird:

  1. Informiere dich, wie deine Wunschklinik die Situation handhabt und lasse dir Regelungen genau erklären
  2. Erkläre dass das Begleitverbot nicht den aktuellen Empfehlungen der WHO und der DGGG/DGPFG entspricht und bringe freundlich aber bestimmt zum Ausdruck, was das mit dir und deinem Partner macht
  3. Erfrage, wie die Regeln zu 3G/2G sind und ob es helfen würde, wenn ihr beide bei Betreten der Klinik einen aktuellen Schnelltest vorweist
  4. Weise deine Klinik darauf hin, dass andere Kliniken die Geburtsbegleitung deutlich familienfreundlicher gestalten. Vielleicht findet sich ein Kompromiss.
  5. Wende dich an die Patient:innenvertretung deiner Wunschklinik und erkläre, dass du dir eine familienfreundlichere Lösung wünschst.
  6. Wenn all das nicht hilft, stelle dich mental auf die Situation ein. Visualisiere die Geburt, glaube an deine Kraft zu gebären. Vertraue auf dich und dein Kind, ihr seid ein gutes Team. Gedankenarbeit, Hypnobirthing und Meditation können eine große Hilfe sein.
  7. Gestalte die Atmosphäre im Kreißsaal so, dass du dich Wohl und geborgen fühlst. Nutze die digitalen Möglichkeiten, um mit deinem Geburtspartner oder deiner Vertrauensperson im Kontakt zu bleiben.

Um deine Position zu stärken, empfiehlt die Motherhood als Argumentationshilfen die Empfehlungen der WHO, die Stellungnahme der DGGG, die Stellungnahme der DGPFG e.V. und die Stellungnahme von Motherhood e.V. zur Geburtsbegleitung.

Inspiration für den Text war eine liebe Freundin, die demnächst ihre Zwillinge ohne Geburtspartner gebären und auch die Zeit auf der Wochenbettstation weitestgehend ohne ihren Mann whuppen muss. Sie ist damit überfordert und verängstigt!

Liebe betroffene Eltern, wie war die Situation für euch und was hat das mit euch gemacht? Liebe Hebammen, wie wird in eurem Haus die Situation gehandelt und wie geht ihr damit um? Lasst uns doch einen Kommentar da und helft anderen Frauen, sich darauf vorzubereiten. Gerne auch bei Instagram direkt.

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