GEBURTSBERICHT | ANNA & ROSA LOUISE

Tja, wie fängt man so einen Geburtsbericht an. Bedingt durch den 1. Lockdown habe ich die Tage und Wochen damit verbracht immer wieder die Startseite des Krankenhauses zu aktualisieren. Gibt es neue Bestimmungen? Darf mein Mann mit? Krieg ich das im Notfall alleine hin? Mein Anker: mein Wissen um meine Beleghebamme. Also hieß es abwarten und hoffen. Um kein unnötiges Risiko einzugehen habe ich mich noch mehr aus allem rausgezogen, meine Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert und mich mental auf das große Event vorbereitet.

Montag, 25.05.2020, 39+0 Kontrolle bei der Gyn

Alles sah bestens aus, Rosa lag gut im Becken aber wohl noch nicht tief genug und meine Ärztin sagte, sie rechne damit, dass ich mindestens 1 Woche übertragen würde und wir uns dann erstmal am ET zur erneuten Untersuchung sehen würden. Mein Gefühl sagte, dass ich am Wochenende mit Baby daheim sitze.

Donnerstag, 28.05.2020, 39+4

04:20

Ein Hoch auf scharfes indisches Essen. Völlig erschrocken, bin ich von meinem eigenen Pups wach geworden und musste fast Lachen, als wäre das jetzt irgendwas ungewöhnliches so hochschwanger. Gerade so aus dem Bett aufgestanden und auf dem Weg ins Bad lief es mir warm die Beine runter. - war wohl doch kein Pups, sondern die Fruchtblase. Ich tapste also ins Bad mit dem Handy in der Hand und rief unser persönliches Taxi und die Hebamme an. Wehentätigkeit? - Nein! - 8Uhr Treffen in der Hebammenpraxis - Okay.

04:40

Wehen setzten ein und tatsächlich recht konstant, alle 5 Minuten. Erneuter Anruf bei der Hebamme. 7Uhr Treffen in der Hebammenpraxis. Wahnsinn, es ging wirklich los. Ich checkte nochmal alles, Tasche war komplett. Ging ausgiebig Duschen und schmiss mich in den Jogger des liebsten Gatten. 

07:00

Angekommen in der Praxis wurde ich ans CTG gelegt, die Wehen waren da aber noch recht leicht. Ich wurde untersucht und der Muttermund war gerade mal bei 1-2cm. Ich sollte mich nicht so anstellen, sagte die Hebamme, es sei gerade mal der Anfang, ich bräuchte meine Kraft. Sie machte eine Eipollösung. (Leider ohne Ankündigung. Das hat mich im Nachgang mitgenommen) Totale Überforderung, erstmal ruhig atmen. Ich bekam ein Zäpfchen gegen die Schmerzen und sollte mich möglichst bis 09:00 Uhr bewegen. Also liefen wir zwei Stunden im Kreis, die Wehen wurden stärker und mir wurde schlecht vor Schmerzen, musste mich übergeben und umarmte förmlich den nächststehenden Baum. Kurz nach 9 ging es zurück in die Praxis. Hebammenwechsel - juhu! Für mich perfekt, charakterlich etwas weicher und sensibler, das tat gut! Wir liefen weitere 1,5 Stunden. Ich mochte nicht mehr. Ich wollte ins Warme, am besten in die Wanne. 

11:00 ab ins Krankenhaus.

Zum Glück nur 5 min zu Fuß von der Hebammenpraxis. Mit der Beleghebamme durften wir gerade durch direkt in den Kreißsaal. Und da waren wir nun zu dritt. Meine Mann und ich durften die Maske abnehmen, welch Erleichterung. Die Diensthabende Ärztin kam, stellte sich vor und legte mich nochmal zur Kontrolle ans CTG, der Babymaus und mir ging es gut. Muttermund ist bei 4cm. Erstmal ab in die Wanne. Liebstes Wort unter der gesamten Geburt? - F*ck! Ich glaube ich habe nichts anderes gesagt, aber es hat geholfen. Aus der Wanne ging es auf das Geburtsbett, ich probierte sämtliche Positionen aus, stehen klappte nicht also blieb ich auf dem Bett. Irgendwann waren wir endlich bei 9cm angekommen. Meine liebe Hebamme sagte, wenn wir jetzt gut zusammen arbeiten, wäre die kleine in ner knappen Stunde da, ansonsten könnte ich mich noch für eine PDA entscheiden. Ich konnte noch, aber ich wollte nicht mehr. Ich brauchte eine kurze Pause - ich nahm die PDA. Der Anästhesist klärte meinen Mann auf, ich unterschrieb blind nur noch alles und krabbelte auf die Kante des Bettes, zwischen zwei Wehen wurde die PDA gesetzt und zwar perfekt! Mein Glück! Ich kam zur Ruhe, wir schickten 2-3 Videonachrichten an die Liebsten und warteten.

17:00

Die Wehentätigkeit ging zurück, ich musste an den Tropf und bekam Oxytocin. Die Ärztin kam zwischendurch rein und schaute wie weit wir waren, wurde aber von der Hebamme rausgeschickt. Kurz danach war ihr Kopf auch schon da.

18:41, ich hatte es geschafft. Mein wunderschönes Mädchen ist da! Rosa Louise! 

Während ich genäht wurde, lag sie auf Papas Brust. Nachdem ich versorgt wurde, wurde sie mir auf die Brust gelegt und wir durften erstmal ankommen. Und es ging an den allerersten Stillversuch. Gegen kurz vor 22:00 verabschiedeten sich mein Mann und unsere Hebamme und ich wurde für eine Nacht auf die Station gebracht. Ich bin unheimlich dankbar für diese schöne Geburt und unendlich froh darüber, die Möglichkeit einer 1:1 Betreuung gehabt zu haben, so war der Coronawahnsinn kaum spürbar.

Danke Anna, für diese stärkende und wunderbare Zusammenfassung der Geburt deiner kleinen Tochter.

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