Hilfe bei Geburtsverletzungen: Eisbinden & Eiskondome

Sehr viele Frauen empfinden ihren Intimbereich nach der Geburt als wund und geschwollen. Kein Wunder, wenn du überlegst wieviel Druck, Reibung und Belastung dein gesamter Geburtsbereich bei einer vaginalen Geburt ausgehalten hat! Wenn dann noch kleinere oder größere Geburtsverletzungen dazu kommen, kann dein Intimbereich sehr gereizt und äußerst schmerzhaft sein. Eine Sache die gegen Schwellungen und Schmerzen helfen kann ist Kälte.

Kälte empfinden die meisten Frauen als schmerzlindernd. Du darfst deine Wunden kühlen, allerdings empfehlen wir Kälte nur 1 bis maximal 2 Tage nach der Geburt. Kälte lindert nämlich die Schmerzen, verlangsamt aber auch die natürliche Wundheilung. Deshalb sind Gelkopressen weniger geeignet, sie sind oft zu kalt und bringen das Risiko einer Kälteverbrennung mit. Spezielle Kompressen (z.B. von Lansinoh) dagegen werden meist gar nicht so kalt und recht schnell auch wieder warm. Ob es sich lohnt, speziell hierfür Geld auszugeben, bleibt dir überlassen.

Wir zeigen dir hier 2 einfache & günstige Möglichkeiten, deine Wunden zu kühlen. Das kannst du zum einen mit Eisbinden machen, zum anderen mit Eisblasen (Eiskondomen). Wir empfehlen dir, beides einfach schon vor der Geburt vorzubereiten, dann hast du gleich alles parat.

Eisblase

Die Eisblase dient zur gezielten, lokalen Kühlung deiner Verletzungen. Für die Eisblase brauchst du lediglich Kondome und Leitungswasser. Hierfür Kondome mit etwas Wasser füllen. Das gefrorene Kondom sollte eher flach als rund sein, deshalb nicht zu prall füllen. Dann gut zuknoten wie ein Luftballon, einfrieren und bei Bedarf entnehmen. Ein  sauberes Tuch drum und der Länge nach zwischen die Beine legen. Achte darauf, dass es nicht zu kalt wird, auf keinen Fall ohne Schutz durch ein Tuch nutzen. Es besteht die Gefahr einer Kälteverbrennung. Ja wir wissen, wir müssen es nicht extra sagen aber: Eiskondome nur äußerlich verwenden, bitte nicht vaginal einführen!

Eiskondom, Eisblase, Geburtsverletzungen

Eisbinden

Da du Vorlagen vermutlich eh schon zuhause hast, kannst du dir Eisbinden ganz einfach und schnell selbst herstellen. Der Vorteil von Eisbinden ist, dass die nicht so kalt wie die Eisblase werden oder in Verbindung mit Calendula oder Arnika nicht nur Schmerzen lindern sondern auch entzündungshemmend wirken und die Wundheilung fördern. Eisbinden kannst du auch quer auf deine Kaiserschnittnarbe legen, um Schmerzen zu lindern.

Was du für Eisbinden brauchst:

6 Vorlagen aus Bio-Baumwolle

250ml abgekochtes (steriles) Wasser

1 EL Arnika Essenz oder 2 EL Calendula Essenz (z.B. Weleda, gibts in der Apotheke)

Gefrierbeutel oder saubere Tüte

Gefrierschrank

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250ml Wasser mit 1TL Arnikatinktur oder 2TL Calendulaessenz mischen, und gleichmäßig auf die 6 Vorlagen verteilen. Mischverhältnis entspricht den Empfehlungen von Weleda.

Eisbinden, Wochenbett, Hilfe bei Geburtsverletzungen

Je mehr Wasser du auf die Vorlagen gibst, desto härter und kälter werden sie.

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Danach die Eisbinden mindestens 4 Stunden ins Gefrierfach legen. Wenn dein Gefrierfach so voll ist wie unseres, dann gerne auch in einen Gefrierbeutel. So bleiben sie sauber.

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Nach dem Entnehmen ein paar Minuten antauen lassen, um Kälteverbrennungen zu vermeiden. Die Dauer ist anhängig von der Wassermenge auf der Vorlage. Gehe nach deinem Gefühl.

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Die Vorlage ins Höschen legen und entspannen. Nach 15-30 Minuten sollte die Vorlage entnommen werden, Intimbereich und Wunden danach (am besten an der Luft) trocknen lassen. Diesen Vorgang kannst du mehrmals am Tag wiederholen, allerdings nicht länger als 1-2 Tage nach der Geburt.

In der Regel wird deine Nachsorgehebamme die Wunden kontrollieren und die Wundheilung sowie dein Schmerzempfinden beobachten. Bei starken Schmerzen sowie Entzündungen oder austretendem Wundsekret solltest du auf jeden Fall immer fachlichen Rat hinzuziehen, ggf. von deinem/deiner Gynäkologe:in. Lieber einmal mehr abchecken lassen. 

Wir drücken dir die Daumen für wenig Geburtsverletzungen und eine schnelle Wundheilung ;)

Falls du Fragen hast, lass einen Kommentar da. Unsere Hebammen Julia und Sabrina beantworten sie gerne.

Du willst weiterlesen? Vielleicht ist das hier was für dich:

Geburtsverletzungen Teil 1: Welche Art von Geburtsverletzungen gibt es?

Geburtsverletzungen Teil 2: Geburtsverletzungen vorbeugen und Wundheilung unterstützen

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